Johannes Kepler by Max Caspar

By Max Caspar

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Verständnis für seine wissensdiaftlidien Bestrebungen konnte er hier freilich nicht finden. Denn wie ein Freund von ihm, Koloman Zehentmair, Sekretär eines Barons Herberstein, be­ merkt, waren die Adeligen von krasser Unwissenheit in allen Dingen und besaßen eine barbarische Einstellung in ihrem Urteil; sie haßten die Wissenschaften und kümmerten sich um niemanden weniger, als um Ge­ lehrte und wissenschaftliche Koryphäen. Keplers leicht bewegliche Natur, die Liebenswürdigkeit in seinem Wesen und der Reichtum seiner Gedan­ ken gewannen ihm Sympathie und Achtung, so daß viele sich seines Um­ gangs freuten.

In Keplers eigenen Äußerungen über seine Verheiratung, soweit sie schriftlich niedergelegt sind, findet sich nicht der geringste Anhaltspunkt. Ludwig Kepler hatte die Absicht, eine Lebens­ beschreibung seines Vaters zu verfassen. Der Plan kam freilich nicht zur Ausführung. Es ist aber ein Blatt erhalten, auf dem er sich eine Anzahl von Daten aus dem Leben seines Vaters verzeichnet hatte. Darunter findet sich die Bemerkung: »Ao. 96. In Württem- SO 1 Heirat den er dem Wunsdi Keplers in schroffer Form entgegensetzte, hatte seinen Grund in der Armut dieses Freiers; er wollte seine Tochter nicht einem Manne geben, der in der schlecht bezahlten und wenig geaditeten Stel­ lung eines Schuldieners mit seinem geringen Einkommen eine armselige Zukunft versprach.

In Tübingen war er ein gern gesehener G ast; der Ruf seiner Entdeckung hatte sich verbreitet und ihm Achtung verschafft. Der bekannte Gräzist Crusius, der in einem Diarium alle kleinen Vorkommnisse seines Tübinger Daseins von Tag zu Tag aufzuzeichnen pflegte bis auf die Sitzordnung der Gäste, die er einlud, durchbrach bei der Aufzeichnung der Teilnahme Keplers bei einem Mahl seinen sach­ lichen Stil mit dem Ausruf: Pülcher iuvenis. Im August kehrte Kepler wieder nach Graz zurück. Zwei Monate Urlaub hatte man ihm bewilligt, er war aber fast sieben Monate ausgeblieben.

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